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Mehr als 18.000 Menschen sind in den letzten fünf Jahren auf ihrem Weg nach Europa ums Leben gekommen. Sie waren auf der Flucht vor Krieg, Terror und Not und sahen ihre einzige Chance auf Zukunft in der lebensgefährlichen Überfahrt. Sie suchten nach einem guten, einem besseren Leben. Damit ist die europäische Außengrenze, die Grenze unseres Kontinents, die tödlichste Grenze der Welt. Menschen ertrinken zu lassen, verstößt gegen die Europäische Menschenrechtskonvention und beschädigt die Seele Europas.

Als Freundinnen und Freunde des Evangelischen Kirchentags, als Kirchen, Vereine und Hilfsorganisationen macht uns dieses tausendfache Sterben sprachlos. Wir beklagen nicht die Toten einer Naturkatastrophe, sondern die Opfer einer verfehlten Politik, die auf Abschreckung und Abschottung setzt.

Beim Kirchentag in Dortmund wollen wir die Toten der europäischen Außengrenzen nicht vergessen. Im Rahmen einer Aktion schreiben wir die Namen tausender Menschen auf große Transparente – als Mahnung und Aufforderung, sich für die Wahrung der Menschenrechte und gegen das Sterben im Mittelmeer einzusetzen. Zum Abschluss der Aktion werden die Transparente am Turm der Reinoldikirche aufgehängt. Nicht alle Namen der Toten sind bekannt, manchmal nur das bloße Ereignis. Auch diesen namenlosen Opfern wollen wir gedenken. Sie alle waren Gottes geliebte Kinder.

Wir rufen daher auf, der Toten der Grenzen zu gedenken und für eine Politik einzustehen, die Menschen schützt und ihre gottgegebene Würde achtet.

Veranstaltungen

Donnerstag, 20. Juni, 22.30 – 23.30 Uhr, St. Reinoldi, Ostenhellweg 2
Politisches Nachtgebet „Ihre Namen im Buch des Lebens“ im Rahmen des Kirchentags.

Wir gedenken mit Singen, Beten, Zeugnissen aus der Seenotrettung und beginnen mit der Aktion “Jeder Mensch hat einen Namen”


Freitag, 21. Juni, 10.00 – 18.00 Uhr und Samstag, 22. Juni, 10.00 – 16.00 Uhr, Platz der Alten Synagoge (Opernvorplatz)
„Jeder Mensch hat einen Namen“: Beschreiben der Banner und Aktionsstand mit vielen Informationen

Samstag, 22. Juni 16.00 – 17.30 Uhr Platz der Alten Synagoge (Opernvorplatz)
Kundgebung “Jeder Mensch hat einen Namen”

Samstag, 22. Juni, ab 18.00 Uhr, Platz der Alten Synagoge (Opernvorplatz) und Platz von Leeds (an St. Reinoldi)
Trauermarsch zur Reinoldikirche, im Anschluss interreligiöses Gebet am Platz von Leeds und Aufhängen der Banner

Gemeinsam mit vielen Verantwortlichen aus Kommunen, Kirchen und der Zivilgesellschaft meinen wir:

  1. 2019 darf nicht zu einem verlorenen Jahr für die Seenotrettung im Mittelmeer werden.
  2. Die Kriminalisierung der zivilen Seenotrettung muss ein Ende haben. Jetzt!
  3. Seenotrettung muss auch eine staatliche Aufgabe bleiben. Was ist aus der europäischen Seenotrettung geworden? Deutschland sollte hier ein Zeichen setzen und Schiffe entsenden!
  4. Wir brauchen noch in diesem Sommer eine politische Notlösung, einen vorübergehenden Verteilmechanismus für Bootsflüchtlinge. Viele Städte und Kommunen in Europa wollen „Sichere Häfen“ sein! Lassen wir das Realität werden!
  5. Wir brauchen in der EU eine „Koalition der Willigen“, die jetzt handelt. Und eine zukunftsfähige Migrationspolitik entwickelt. Denn Menschen ertrinken lassen oder in die Lager Libyens zurückschicken, kann keine Option für Europa sein.

 

Palermo-Appell vom 3. Juni 2019

Jenseits des Gedenkens: Schutzbedürftigen konkret helfen

Angesichts der vielen Menschen, die vor Krieg, Verfolgung und Not fliehen, wird die Frage nach der Nächstenliebe konkret. Viele kirchliche, wie nichtkirchliche Organisationen und Vereine setzen sich für Flüchtlinge ein – oder helfen Menschen, in ihrer Heimat ein in Würde zu führen. Wer diese Arbeit unterstützen möchte, kann dies auf verschiedenste Weise tun: durch Spenden, Mitgliedschaften oder ehrenamtliche Arbeit.

Die Gedenkveranstaltung zur Schweigeminute wird von der Seenotrettungsorganisation Sea-Watch e.V. unterstützt. Der Verein rettet mit zwei Schiffen und einem Flugzeug Menschen, die auf ihrer Flucht auf dem Mittelmeer in Seenot geraten. Auch Brot für die Welt, die Diakonie Katastrophenhilfe und die Diakonie Deutschland unterstützen #FluchtGedenken und helfen seit vielen Jahren Menschen in Not.

Als Christinnen und Christen wenden wir uns an Gott mit unseren Bitten, unserer Trauer und unserer Hoffnung. Wir beten:

Gott, Du siehst all die Menschen, die entlang der Grenzen Europas ertrunken oder verschollen sind. Du siehst die namenlosen Toten, die niemand beerdigt hat. Bei Dir haben sie alle einen Namen.

Wir bitten Dich für alle, die verzweifelt zurückbleiben und alleine weiterleben müssen.

Du siehst all die Menschen, die vor Krieg, Not und Zerstörung fliehen. Lass sie eine Zuflucht und ein neues Zuhause finden. Wir bitten ebenso für alle, die nicht fliehen können. Gib ihnen Hoffnung und Mut zum Leben.

Du siehst auch uns. Du siehst uns in unserer Trauer, unserer Ohnmacht und in unserer Wut. Du siehst uns in unserem Alltag ohne Hunger und Krieg. Lass unser Gewissen nicht ruhig werden, dass wir den Weg deiner Gerechtigkeit gehen.

Du siehst alle Helferinnen und Helfer, die draußen auf dem Meer Menschenleben retten. Du siehst diejenigen, die an Land helfen und die Not lindern. Und Du siehst auch die Menschen, die politische Verantwortung tragen. Lass durch sie alle deinen Willen geschehen.

Mit einem Moment der Stille gedenken wir der Toten. Dein Reich komme!