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Gegen das Sterben im Mittelmeer
#Fluchtgedenken
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Mehr als 10.000 Menschen sind in den letzten drei Jahren auf ihrem Weg nach Europa ums Leben gekommen. Sie waren auf der Flucht vor Krieg, Terror und Not und sahen ihre einzige Chance auf Zukunft in der lebensgefährlichen Überfahrt. Sie suchten nach einem guten, einem besseren Leben.

Über 30.000 Menschen haben seit dem Jahr 2000 auf diesem Weg nach Europa ihr Leben verloren. Damit ist die europäische Außengrenze, die Grenze unseres Kontinents, die tödlichste Grenze der Welt. Menschen ertrinken zu lassen, verstößt gegen die Europäische Menschenrechtskonvention und beschädigt die Seele Europas.

Als Freundinnen und Freunde des Evangelischen Kirchentags, als Kirchen, Vereine und Hilfsorganisationen macht uns dieses tausendfache Sterben sprachlos. Wir beklagen nicht die Toten einer Naturkatastrophe, sondern die Opfer einer verfehlten Politik, die auf Abschreckung und Abschottung setzt.

Gerade bei diesem Kirchentag in der Hauptstadt, wo weiße Kreuze uns an die Toten der Berliner Mauer erinnern, wollen wir die Toten der europäischen Außengrenzen nicht vergessen. Sie alle waren Gottes geliebte Kinder.

Wir rufen daher auf, der Toten der Grenzen zu gedenken und für eine Politik einzustehen, die Menschen schützt und ihre gottgegebene Würde achtet.

Gedenkveranstaltung

Ab 11 Uhr wird es am Freitag, den 26. Mai 2017, eine Gedenkveranstaltung vor dem Berliner Hauptbahnhof (Washingtonplatz) geben. Mit Musik und Gebet, Zeugnisberichten von Flüchtlingen und Seenotrettern, wollen wir gemeinsam Totenklage und Fürbitte halten. Die Gedenkveranstaltung wird u.a. gestaltet von Fulbert Steffensky, Eddi Hüneke (Wise Guys), Judy Bailey, Manfred Rekowski, Volker Jung, Ulrich Lilie, Christel Neudeck und Sea Watch e.V.

Warum eine Schweigeminute?

Wir wollen innehalten und uns erinnern, dass es Menschen sind, die an unserer Grenze sterben: Männer und Frauen, Kinder und Familien. Wir wollen in dieser Minute einmal nicht politische Lösungen diskutieren, sondern alles Reden unterbrechen. Und dieser Toten gedenken und trauern.

Jenseits des Gedenkens: Schutzbedürftigen konkret helfen

Angesichts der vielen Menschen, die vor Krieg, Verfolgung und Not fliehen, wird die Frage nach der Nächstenliebe konkret. Viele kirchliche, wie nichtkirchliche Organisationen und Vereine setzen sich für Flüchtlinge ein – oder helfen Menschen, in ihrer Heimat ein in Würde zu führen. Wer diese Arbeit unterstützen möchte, kann dies auf verschiedenste Weise tun: durch Spenden, Mitgliedschaften oder ehrenamtliche Arbeit.

Die Gedenkveranstaltung zur Schweigeminute wird von der Seenotrettungsorganisation Sea-Watch e.V. unterstützt. Der Verein rettet mit zwei Schiffen und einem Flugzeug Menschen, die auf ihrer Flucht auf dem Mittelmeer in Seenot geraten. Auch Brot für die Welt, die Diakonie Katastrophenhilfe und die Diakonie Deutschland unterstützen #FluchtGedenken und helfen seit vielen Jahren Menschen in Not.

FÜRBITTE

Gedenken kann unterschiedlichen Ausdruck finden. Auf dem bunten und lauten Kirchentag wollen wir innehalten und gemeinsam schweigen. Als Christinnen und Christen wenden wir uns an Gott mit unseren Bitten, unserer Trauer und unserer Hoffnung. Wir beten:

Gott, Du siehst all die Menschen, die entlang der Grenzen Europas ertrunken oder verschollen sind. Du siehst die namenlosen Toten, die niemand beerdigt hat. Wir bitten Dich für alle, die verzweifelt zurückbleiben und alleine weiterleben müssen.

Du siehst alle Menschen, die vor Krieg, Not und Zerstörung fliehen. Lass sie eine Zuflucht und ein neues Zuhause finden. Wir bitten für alle, die nicht fliehen können. Gib ihnen Hoffnung und Mut zum Leben.

Du siehst auch uns und unsere Kirche. Lass unser Gewissen nicht ruhig werden, dass wir den Weg deiner Gerechtigkeit gehen.

Du siehst die Menschen, die politische Verantwortung tragen. Lass durch sie deinen Willen geschehen.

In der Stille gedenken wir der Toten. Dein Reich komme!